DISZIPLINEN IM WESTERN-TURNIERSPORT
DISZIPLINEN IM WESTERN-TURNIERSPORT
Das Westernreiten
Das Westernreiten hat seinen Ursprung in Amerika. Durch die Besiedlung des Landes und die entstehenden Vieherden kam das Pferd vermehrt zum Einsatz. Die spanischen Viehhirten, die Vaqueros, brachten einen reichen Erfahrungsschatz mit. Doch mit weiteren Einwanderern aus verschiedenen Ländern veränderte sich die „spanische Reitweise“ des wilden Westen zum heutigen Westernreiten.
Bei der Arbeit der Cowboys war und ist ein gehorsames Pferd unerlässlich; eines, das leichten Hilfen gehorcht, einhändig geritten werden kann und selbstständig bei der Rinderarbeit handeln und mitdenken kann, also „Cow-sense“ besitzt. Diese Arbeit ist häufig im rauen Gelände notwendig und das Pferd muss darum trittsicher, hellwach, nervenstark, gut ausbalanciert sein und auf minimale Hilfen sicher reagieren.
Umgänglichkeit und Verlässlichkeit sind wohl auch die beiden Schlüsselbegriffe, welche die Faszination des Westernreitens erklären. Beides ist ohne Vertrauen des Pferdes in die Menschen, die täglich mit ihnen umgehen, nicht möglich.
Dennoch spielt auch der Leistungssport eine grosse Rolle.
Schwierige Lektionen in den Disziplinen Reining und Westernriding sind mit der Leistung von Dressur- und Springpferden in den Klassen M und S zu vergleichen
Trail:
In kaum einer anderen Westernreitdisziplin als dem Trail. Zeigt sich die Nervenstärke, das Vertrauen des Pferdes in seinen Reiter sowie die Geschicklichkeit des Westernpferdes
Der Reiter muss sein Pferd möglichst präzise mit minimaler Hilfengebung seitwärts, vorwärts als auch rückwärts reiten können. Die Aufgabe besteht darin, die verschiedenen Hindernisse in einem Parcours zu überwinden.
Dazu gehört z.B. das durchreiten- öffnen und schliessen eines Tores- sowie das Überqueren eines Hindernisses wie Brücke oder Wippe. Diese Aufgaben sind möglichst so zu lösen, dass es einem Rind unmöglich wäre, zusammen mit Reiter und Pferd durch ein Gatter oder über die Brücke zu schlüpfen.
Eine weitere Aufgabe besteht darin, am Boden liegende Stangen ohne Berührung zu überqueren. Erschwerend sind hier auch Übungen, wobei der Reiter sein Pferd im Rückwärtsrichten durch wie in Form eines L oder U gelegtem Stangenlabyrinth, reiten muss. Diese Übung soll die Fähigkeit des Pferdes zeigen, sich selbst im unwegsamen Gelände (Unterholz) sicher leiten und führen zu lassen.
Superhorse:
Western Riding:
Reining:
Die Reining wird als die „Dressur des Westernreitens“ oder auch als „Königsdisziplin“ bezeichnet, denn in ihr finden sich alle wichtigen Elemente der Rancharbeit.
Sie verlangt von Reiter und Pferd ein Höchstmass an Konzentration und Leistungsbereitschaft, um die ihnen gestellten Aufgaben (Pattern) bewältigen zu können. Zu den Bewertungskriterien bei der Reining gehören daher, dass der Reiter mit minimaler Hilfengebung bei jeder Bewegung des Pferdes die absolute Kontrolle besitzt und das Pferd trotz der oft recht rasanten Bewegungsabläufe willig zwischen den Zügeln (Rains) läuft. Es muss einen ruhigen, ausgeglichenen Gesamteindruck hinterlassen und wo Verharren notwendig ist, muss es ohne die Nerven zu verlieren bewegungslos auf seinen vier Füssen stehen.
Zu den einzelnen Pattern zählen die spektakulären Sliding Stop (eine aus vollem Galopp gerittene, über einige Meter gleitende Vollbremsung auf der Hinterhand), gefolgt von einem Rollback (einer 180°Wendung auf der Hinterhand), schnelle Spins (360° Drehungen auf der Hinterhand) sowie Tempowechsel zum langsamen Galopp (Speed Control) in der Mitte der Bahn und schnelles, fas laufendes Rückwärtsrichten am möglichst lockeren Zügel.
Um diese Disziplin richtig ausüben zu können, haben die Pferde spezielle Hufeisen (Sliding-Eisen) und auch der Boden muss geeignet sein
Pleasure:
Diese Prüfung wird nicht einzeln gezeigt, sondern in der Gruppe geritten. Die Pleasure ist eine Art Materialprüfung, bei der die gleichmässigen und langsamen Gangarten – dabei darf das Pferd jedoch nicht auf der Vorhand latschen- am langen Zügel gezeigt werden.
Wie der Name schon sagt, sollte es hier ein Vergnügen sein, das Pferd bequem in allen drei Grundgangarten am losen Zügel zu reiten. Für die Zuschauer wirkt die Pleasure sehr mühelos, da sie einfach aussieht, dabei verlangt sie von Reiter und Pferd ein Höchstmass an Konzentration.
Die Bewertung erfolgt nach der Bereitschaft des Pferdes, die fast unsichtbar gegebenen Hilfen der Reiter unverzüglich und korrekt anzunehmen. Natürlich fliessen hier auch die Reinheit der Gänge (Takt), die Haltung des Pferdes sowie die Rittigkeit des Pferdes bei den Übergängen mit ein.
Die zu reitenden Grundgangarten sind:
Walk (schritt), der Jog (ein sehr langsam gerittener Trab) und der Lope (ein recht weicher, langsam gerittenen Galopp). Allerdings ging der Trend in den letzten Jahren von dem extrem langsamen Tempo hin zu mehr Schwung und Taktreinheit in den Gangarten.
Horsemanship:
Zu diesem Wettbewerb werden die Leistungen des Reiters beurteilt. Zur Bewertung kommen unter anderem die Hilfengebung und die Haltung des Reiters während der einzelnen Lektionen.
Im ersten Teil reitet jeder Teilnehmer einzeln denselben, vom Richter vorher festgelegten Pattern (Aufgabe).
Der zweite Teil ist eine Western Pleasure, die in der Gruppe geritten wird. Hierbei kann der Richter bestimmen ob er allen oder nur einen Teil der Teilnehmer an der Pleasure teilnehmen lässt.
Bei der Bewertung zählt die Bewältigung der Pattern zu 80%, die Western Pleasure jedoch nur zu 20%.
Die verlangte Aufgabe muss sehr exakt ausgeführt werden, was auch eine enorme Kontrolle des Pferdes voraussetzt. Es sind keine spektakulären, dafür aber sehr anspruchsvolle Manöver, die an Pferd und Reiter gestellt werden
Cutting:
Cutting ist die wohl publikumwirksamste aller Westernreitklassen. Darüber hinaus ist es in den USA der bestbezahlte Sport überhaupt. Es rangiert noch vor Tennis und Golf. Neben „Team Penning“ und „Working Cowhorse“ ist Cutting wohl auch eine der ursprünglichsten Disziplinen des Westernreitens, wobei bewegerische Elemente diese Rinderklassen auch in der Reining (Westerndressur) wieder auftauchen.
Und darum geht’s
Die Teilnehmer beginnen wie auch bei der Reining mit 70 Punkten, doch haben sie nur 2 ½ Minuten Zeit für ihre Prüfung. Die Maximalpunktzahl ist 80. Die Zeit zählt von dem Moment, da das Pferd die Ziellinie ca. zehn Meter vor der Herde passiert und endet mit einem Tonsignal. Es gilt, ein Rind aus der Herde zu separieren und es vor ihr abzuschneiden (to cut). Je ausgeglichener und ruhiger die Herde bei der Separation bleibt und je tiefer der Cut in die Herde ist, desto mehr Punkte gibt es. Sobald das separierte Rind von der Herde getrennt ist, senkt der Reiter die Zügelhand knapp über den Pferdehals. Das ist für das Pferd und den Richter das Signal, dass das Pferd von jetzt an ohne weitere Hilfen des Reiters alleine arbeiten muss. Es muss sich durch schnelle, teilskatzenhafte Bewegungen immer so vor dem ausgesonderten Rind befinden, dass dieses nicht zu seiner Herde zurück kann. Ein Bonus wird unter anderem gegeben, wenn das Rind in der Mitte der Arena gearbeitet wird, dort kontrolliert und in der Mitte gehalten wird. Der Cutter wird bei seiner Arbeit von vier selbstgewählten Helfern unterstützt. Zwei Herdholder, die dafür Sorge tragen, dass die Herde als solche zusammen und bestehen bleibt sowie von zwei Turnbacks zum zurückdrängen des separierten Rindes zur Herde, falls dieses notwendig wird. Aus Tierschutzsicht wird besser gepunktet, wenn nicht ein einzelnes Rind über die gesamte Zeit gearbeitet wird. Spätestens wenn das separierte Rind erste Anzeichen von Ermüdung zeigt, sollte der Reiter dem Richter signalisieren, dass er das Rind frei zur Herde zurück lässt. Er beginnt einen neuen Cut in die Herde, um ein frisches Rind zu separieren. In der Kürze der vorgegebenen Zeit sind maximal drei gute Cuts möglich.
Übrigens studieren gute Cutter die Herde ganz genau bevor sie an den Start gehen. So finden sie heraus, mit welchen Rindern sie vermutlich die beste Möglichkeit haben, die Leistung ihres Pferdes zu präsentieren.
Team Penning:
Ein Team von drei Reitern hat ein Zeitlimit von 2,5 Minuten und muss innerhalb dieses Zeitraumes 3 Rinder, die die gleiche Startnummer tragen, aus der Herde aussondern und sie in ein Corral von den Massen 3x3 m zu sperren.
Das Team, dass zur Lösung dieser Aufgabe die wenigste Zeit benötigt, gewinnt.
Alle Rinder werden auf der Herdenseite der Startlinie (Timeline), die sich in der Mitte des Platzes befindet, zusammengetrieben. Das Team bekommt vom Richter die Nummer ihrer Rinder gesagt. Wenn der erste Reiter die Linie überquert, wird die Zeit genommen. Wenn sich mehr als 4 Rinder auf der anderen Seite der Startlinie befinden, scheidet das Team aus.
Working Cowhorse:
Die Westerndisziplin Working Cowhorse setzt sich aus einer Reining Aufgabe (dry work) und der Arbeit mit dem Rind (fence work) zusammen. Beide Teilprüfungen müssen in einer Zeit von 2 Minuten ausgeführt werden.
Die Aufgabe beim fence work besteht darin, das Rind zuerst an der kurzen Seite der Arena zu halten, um es dann kontrolliert entlang der langen Bande (fence) mindestens einmal in jede Richtung zu treiben.
Zum Schluss sollte das Rind gewendet und in der Bahnmitte auf einer Acht gezirkelt werden.
Schwerpunkt der Bewertung liegt hier wie bei allen Rinderdisziplinen darin, ob das Pferd in der Lage ist das Rind zu kontrollieren und es selbständig arbeiten kann (cow sense